Den Hochzeitstermin richtig wählen: Saison und Wochentage im Vergleich
Der Hochzeitstermin bestimmt Ihr Budget, die Verfügbarkeit der Wunschlocation und die Stimmung der Feier. In Deutschland heiraten die meisten Paare zwischen Mai und September; der Samstag ist der mit Abstand gefragteste Wochentag.
Wer flexibel wählt, spart Geld und bekommt die besten Dienstleister. Saison und Wochentag hängen zusammen. Wer die Zusammenhänge kennt, findet leichter Kompromisse.
Hauptsaison: Mai bis September
Die Hochzeitssaison in Deutschland dauert vom späten Frühjahr bis zum frühen Herbst. Besonders beliebt sind Juni, Juli und August, weil die Tage lang und warm sind und Freiluftfeiern ohne Zeltheizung funktionieren. Der Mai hat Brückentage und beginnende Blüte, der September milde Temperaturen und goldenes Licht.
In dieser Zeit sind Locations oft ein Jahr oder länger im Voraus ausgebucht. Das gilt für Schlösser und Gutshöfe ebenso wie für städtische Locations, die mehrere Events pro Woche vergeben. Wer einen bestimmten Ort möchte, sollte die Anfrage früh stellen, idealerweise zwölf bis achtzehn Monate vorher. Fotografen, Caterer und Floristen sind in der Hauptsaison ebenfalls ausgelastet, und die Preise steigen mit der Nachfrage.
Die Nebensaison von Oktober bis April hat deutliche Vorteile. Viele Locations geben Rabatte von zehn bis zwanzig Prozent, manche verzichten auf Mindestumsätze oder erlauben eine kürzere Mietzeit. Auch Dienstleister haben mehr Kapazitäten und antworten schneller. Der Nachteil: Draußen feiern ist meist nicht möglich, und die Tageslichtstunden sind knapp. Wer im Winter heiratet, braucht eine Location mit schönem Innenraum und guter Beleuchtung.
Samstag oder Ausweichtermin?
Der Samstag ist der klassische Hochzeitstag, weil die meisten Gäste am nächsten Tag frei haben und anreisen können. Die Nachfrage ist hoch, und gute Termine sind früh vergeben. Viele Locations verlangen für Samstage einen Aufpreis oder einen höheren Mindestumsatz. Auch Caterer und Bands sind samstags am teuersten, weil sie an diesem Tag nur einen Auftrag annehmen können.
Ein Freitag oder Sonntag entschärft diese Engpässe deutlich. Freitagstermine sind bei Paaren beliebt, die ein langes Wochenende mit der Feier verbinden möchten. Die Gäste reisen freitags an, die Feier beginnt nachmittags, und das Wochenende gehört der Hochzeit. Manche Location bietet für Freitage eine reduzierte Miete an, weil der Termin sonst schwer zu verkaufen ist. Bei Sonntagen ist es ähnlich, aber am Montag beginnt wieder die Arbeit, und Gäste mit weiter Anreise sagen eher ab.
Ein Werktag von Montag bis Donnerstag ist die günstigste Variante, aber auch die unpraktischste. Viele Gäste müssen Urlaub nehmen, und die Abendstimmung leidet, wenn die Feier am nächsten Morgen endet. Wer ein kleines Fest mit engem Kreis plant, findet hier gute Konditionen und fast immer einen freien Termin. Für eine große Feier mit vielen Anreisenden ist der Werktag selten die richtige Wahl.
Was Freitag und Sonntag konkret ändern
Der Wechsel vom Samstag auf einen Freitag oder Sonntag verändert die Planung spürbar. Die Location kostet weniger, weil der Termin außerhalb der Spitzenzeiten liegt. Bei DJs, Fotografen und Caterern verhandeln Sie bessere Preise, weil diese an Wochentagen oft Leerlauf haben. Manche Anbieter geben sogar einen Festpreis für Werktage heraus, der deutlich unter dem Samstagspreis liegt.
Auch die Verfügbarkeit verbessert sich. Ein Freitag im Juni ist leichter zu bekommen als ein Samstag im Juni, weil die meisten Paare weiterhin auf den Samstag bestehen. Das gilt besonders für beliebte Locations, die unter der Woche oft nur ein oder zwei Events pro Woche ausrichten. Wer einen Freitag wählt, hat eine größere Auswahl und bekommt eher den Ort, den er wirklich möchte.
Dafür müssen Sie bei den Gästen mehr Rücksicht nehmen. Eine Freitagshochzeit beginnt für viele Gäste mit einem halben Urlaubstag oder einer frühen Abreise. Eine Sonntagshochzeit endet für viele gegen Mitternacht, weil am Montag der Wecker klingelt. Wenn Sie einen Ausweichtermin wählen, fragen Sie die Anreise der wichtigsten Gäste früh ab und schreiben Sie auf der Einladung klar, wann die Feier beginnt und endet.
Budget und Verfügbarkeit planen
Die größte Stellschraube ist die Kombination aus Saison und Wochentag. Ein Samstag im Juli kostet am meisten, ein Donnerstag im November am wenigsten. Dazwischen liegen viele Zwischenstufen, die Sie gezielt nutzen können. Wenn Sie im September heiraten möchten, wählen Sie einen Freitag statt eines Samstags und sparen bei Location und Dienstleistern. Wenn Sie auf einem Samstag bestehen, weichen Sie auf Mai oder Oktober aus, wo die Nachfrage etwas geringer ist.
So gehen Sie am besten vor: Legen Sie zuerst das Budget fest und überlegen Sie, wie viel Sie für Location und Catering ausgeben wollen. Fragen Sie dann bei drei bis fünf Locations nach, welche Termine in Ihrer Wunschsaison noch frei sind und welche Preise für Samstag, Freitag und Sonntag gelten. Die Unterschiede sind oft erheblich, und Sie sehen sofort, ob sich der Wochentagswechsel lohnt.
Prüfen Sie auch die Verfügbarkeit der Dienstleister, bevor Sie den Termin festlegen. Der Fotograf, der Ihnen empfohlen wurde, hat vielleicht nur noch wenige Samstage frei, aber viele Freitage. Die Band, die Sie unbedingt wollen, spielt freitags zu einem günstigeren Tarif. Wer den Termin erst festlegt und dann die Dienstleister sucht, riskiert, dass die Wunschliste nicht zusammenpasst. Stimmen Sie den Termin mit den wichtigsten Anbietern ab, bevor Sie die Einladungen verschicken.