Hochzeitstorte Anschneiden

Höhepunkt mit Tradition: Das Anschneiden der Hochzeitstorte

Mit Spannung warten die Hochzeitsgäste, dass Braut und Bräutigam die Hochzeitstorte anschneiden. Denn dieser Vorgang ist einer der vielen Höhepunkte des Hochzeitstages. Aus dem Ritual, der Art und Weise sowie dem ausgewählten Zeitpunkt, zu dem die beiden Frischvermählten die Hochzeitstorte anschneiden, lässt sich für Freunde und Verwandte vieles ablesen. Eine Hochzeitstorte ist nämlich mehr als nur ein festlicher Kuchen oder eine besonders prunkvolle Motivtorte. Sie geleitet das Brautpaar ein kleines Stück in das Eheglück.

Deshalb ist auch das Anschneiden der Torte ein Ritual, das festen Vorgaben folgt.

Historisches Ritual

Hochzeitstorte

Süße Speisen zur Hochzeit sind schon seit Jahrhunderten ein fester Brauch. Von den alten Römern wird berichtet, dass sie zu jeder Hochzeit auf ein Gebäck mit Mandeln zurückgriffen. Die Mandel selbst steht als Zeichen für die Fruchtbarkeit der Frau. Der römische Hochzeitskuchen wurde nach der Trauung und im Beisein möglichst vieler Gäste über dem Kopf der Braut zerbröselt. Die Umstehenden versuchten dann, ein kleines Stück von der Köstlichkeit zu greifen, um es zu essen. Gelang es ihnen, auch nur ein Krümel zu bekommen, sollte ihnen der Verzehr eines Teils vom Hochzeitskuchen ein Stück vom Glück der jungen Liebe sichern. Einen Hochzeitskuchen zu backen und ihn dann zu zerteilen und auch an die Gäste zu reichen, hat sich deshalb als Tradition bewährt, auch wenn neue Ideen hinzugekommen sind.

Hochzeitstorte anschneiden
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Die Hochzeitstorte wird nach der Tradition vom Brautpaar gemeinsam angeschnitten.

Der passende Zeitpunkt

Wann die fröhliche Zeremonie beim Hochzeitstorte anschneiden zu beginnen hat, ist in der Tradition zeitlich nicht vorgegeben. Es gibt nur wenige Regeln. So sollte der Anschnitt der Torte zum einen feierlich sein. Zum anderen sollten möglichst viele Gäste an diesem schönen Augenblick teilhaben. Wer für den Hochzeitstag auf einer Checkliste einige Programmpunkte geplant und diese vielleicht sogar in den Einladungskarten der Gäste aufgelistet hat, sollte das Anschneiden der Hochzeitstorte als kleinen Höhepunkt besonders hervorheben. Dann rauscht dieser festliche Akt nicht einfach an den Hochzeitsgästen vorüber, sondern bekommt einen würdigen Rahmen, der ihn unvergesslich macht.

Viele Paare schneiden den Hochzeitskuchen an der Kaffeetafel am Nachmittag an. Dann bietet das festliche Kaffe trinken der würdige Rahmen. Es ist auch möglich, die Hochzeitstorte früher, etwa gleich nach der Trauung, anzuschneiden. Das empfiehlt sich, wenn das Paar ansonsten keine große Feier geplant hat, auf die Bräuche rund um die Hochzeitstorte jedoch nicht verzichten will. Eine alte Regel sagt, sich das Glück des Paares potenziert, wenn mehr Gäste von dem Kuchen zur Hochzeit essen. In diesem Sinne lohnt sich sogar ein Tortenanschnitt unmittelbar nach der Trauung, weil es neben Freunden und Verwandten viele Zaungäste gibt. Heiratet das Paar kirchlich, sollte der Segensspruch abgewartet werden, bevor sich alle vor der Kirche über die Hochzeitstorte hermachen. Auch der Anschnitt kurz vor Mitternacht ist möglich. Wenn sich das Paar zurückzieht, will es so seinen Gästen noch eine süße Überraschung lassen.

Ritual folgt festen Formen

Für das Anschneiden der Hochzeitstorte selbst gibt es wiederum feste Regeln. Sie müssen beachtet werden, damit das Glück der jungen Eheleute für das ganze gemeinsame Leben anhält. So muss das Messer für den Tortenanschnitt mit einer Schleife verziert werden und am besten bereits neben der Hochzeitstorte liegen. Wurde es vergessen, dann nehmen der Bräutigam oder die Braut als Ersatz eines von den Kuchenmessern. Um den Hochzeitskuchen anzuschneiden darf dem Paar auf keinen Fall ein Messer angereicht werden. Nach einem alten Aberglauben droht der Person großes Unglück, die dem Brautpaar das Messer gibt.

Die Hochzeitstorte wird nach der Tradition vom Brautpaar gemeinsam angeschnitten. Auf diesen Vorgang schauen alle Gäste mit besonderer Neugier. Jeder will nämlich wissen, wer beim Anschnitt die Hand oben hat. Der soll auch im gemeinsamen Leben der Eheleute die Oberhandbehalten, heißt ein alter Spruch. Viele Paare achten deshalb besonders darauf, dass die Hände von beiden parallel gehalten werden. Das zeugt von dem besonderen Wunsch nach Gleichberechtigung und gegenseitiger Achtung in der Ehe. Während beide schneiden, wünscht sich jeder etwas ganz persönliches für sich und die Zukunft. Das soll das letzte Geheimnis sein, das die Eheleute voreinander haben.

Würdevoller Rahmen

Ein paar weitere mehr oder weniger wichtige Regeln umrahmen ansonsten den Anschnitt einer Hochzeitstorte. Üblich ist oft, dass vor dem Beginn des Rituals ein nahestehender Verwandter eine kleine Ansprache an das Paar und die Gäste hält. Meist ist das der Brautvater. Es kann aber auch einer der Trauzeugen oder eine andere Person sein, die dem Brautpaar besonders verbunden ist und ihnen einen Spruch mit auf den Weg gibt. Eine zuvor eigens ausgewählte Musik begleitet oft den Vorgang des Anschneidens. Hierfür bieten sich traumhafte Liebeslieder an oder ein Song, den Braut und Bräutigam mit ihrem Kennenlernen verbinden. Beim Hochzeitstorte anschneiden wird keinesfalls oben begonnen. Das erste Stück der Torte wird traditionell aus der unteren Ebene des Hochzeitskuchens geschnitten. In einigen Gegenden schneidet das Paar gemeinsam zuerst in die mittlere Ebene der Torte.

Das erste Stück der Torte bekommt nach der Tradition der Bräutigam. Die Braut reicht es ihm. Dann dürfen sich beide gegenseitig ein paar Krümel der Torte in den Mund schieben. Hat das junge Eheglück von der Torte genascht, sind die Gäste dran. Eltern und lieben Verwandten und Freunden gibt das Paar noch selbst ein Stück der Hochzeitstorte. Danach macht eine zuvor bestimmte Person weiter. Selbst schneiden sich die Gäste kein Stück von der Torte ab.

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