Russische Hochzeit

Hochzeit auf Russisch

Eine russische Hochzeit wird traditionell mit sehr vielen Gästen gefeiert. Jahrhundertealte Bräuche, die sich kaum gewandelt haben, sind fester Bestandteil. Am Tag der Hochzeitszeremonie besucht der Bräutigam zunächst das Haus seiner zukünftigen Frau. Vor dem Haus stehen die Freundinnen der Braut und empfangen ihn. Der Bräutigam muss sich nun einem traditionellen Spiel unterziehen: dem Brautkauf.

Erst, wenn er mehrere Aufgaben und Tests besteht, ist die Vorbereitung zur Hochzeit abgeschlossen und die Freundinnen lassen ihn zur Tür vor.

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Anschließend geht das Paar zum Standesamt und besiegelt die Ehe offiziell. Sofern das Paar auch kirchlich heiratet, begibt man sich danach auf direktem Weg in die Kirche. Hier warten bereits alle geladenen Gäste, darunter vor allen Dingen die engen Verwandten. Die kirchliche Zeremonie nimmt etwa eine Dreiviertelstunde in Anspruch. Vor dem Kirchenportal wechselt man in die Fahrzeuge, die für diesen Anlass zuvor besonders geschmückt wurden. Die Autokolonne folgt einer festgelegten Route und passiert die schönsten Schauplätze der näheren Umgebung.

Russische Hochzeit
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Die Eltern des Brautpaares halten Brot und Salz als Geschenk bereit.

Der Raub des Brautschuhs

Am frühen Nachmittag beginnt das eigentliche Fest. Sobald das Hochzeitspaar in der Limousine vor dem gemieteten Saal vorfährt, begrüßt der sogenannte Tamada, ein professioneller Moderator für russische Hochzeiten, die frisch Vermählten. Die Eltern des Brautpaares halten Brot und Salz als Geschenk bereit. Braut und Bräutigam beißen jeweils ein Stück vom Brot ab. Wer das größere Stück erwischt, hat später das Sagen in der Ehe, soll dieser Brauch bedeuten.

Nachdem das Paar den Saal betreten hat, erfolgt die Übergabe der Geschenke. Die Gäste stellen sich dazu in einer langen Schlange an und überreichen die Geschenke persönlich. Die Gäste brauchen für die russische Hochzeit für Gastgeschenke keine Ideen. Hauptsächlich schenkt man nämlich Geld. Danach beginnt das Festessen mit einer speziellen Hochzeitssuppe. Wieder und wieder erschallt ein typischer Ruf: Gorka. Gorka ist russisch und bedeutet im Deutschen so viel wie bitter. Gemeint ist aber, dass sich das Brautpaar küssen soll, was es während des gesamten Festes auch ausführlich tut.

Zum weiteren Brauchtum gehört der Raub des Brautschuhs. Er kann nur durch kleinere Geldspenden der Gäste wieder ausgelöst werden. Wer einen größeren Betrag spendet, darf dem Paar eine Aufgabe stellen. Gegen Mitternacht nimmt man der Braut den Schleier ab. Sie gilt jetzt offiziell als Frau. Nach viel Tanz, Musik und Gesang zur Hochzeit endet das Fest schließlich mit dem Wurf des Brautstraußes. Das Paar zieht sich danach zurück.

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