Strumpfband Hochzeit

Das Brauchtum des Strumpfands zur Hochzeit

Obwohl im Alltäglichen längst aus der Mode gekommen, gehört das Strumpfband zur Hochzeit wie der Ringtausch. Bräute trugen es vormals, damit ihre Strümpfe nicht nach unten rutschten. Weil Strumpfhosen und Strapse schon vor einigen Jahrzehnten diese Aufgabe übernommen haben, ist das Strumpfband auf der Hochzeit dieser Tage bloße Zierde. Aus England stammt die Tradition, das Strumpfband in die Menge zu werfen. Allerdings vollzieht dieses Brauchtum nicht die Braut, sondern der Bräutigam.

Ähnlich dem Brautstrauß-Wurf versammeln sich dafür sämtliche Junggesellen rund um den Hochzeiter. Er wirft blind in die Menge und wer das Strumpfband fängt, heiratet einem Aberglauben nach als nächstes. Fangen es zwei Männer gleichzeitig, müssen sie zum Gaudium der anwesenden Hochzeitsgesellschaft ein gemeinsames Tänzchen aufs Parkett legen.

Hochzeit planen

Das eigentliche Highlight des Strumpfbandwerfens haben sich die Franzosen ausgedacht. Bevor der Bräutigam das Accessoire von sich schleudert, muss er es seiner Frau ausziehen. Dazu kniet er vor ihr und schiebt das Brautkleid Zentimeter für Zentimeter nach oben. Ist das Strumpfband schlussendlich sichtbar, nimmt er beide Hände auf den Rücken und versucht selbiges mit den Zähnen beziehungsweise mit dem Mund zu öffnen. Das laute Gelächter der umstehenden Feiergesellschaft ist ihm dabei sicher. War der Bräutigam erfolgreich, beginnt das Wurf-Hochzeitsspiel.

Strumpfband zur Hochzeit
1/1

Obwohl im Alltäglichen längst aus der Mode gekommen, gehört das Strumpfband zur Hochzeit wie der Ringtausch.

Das Blaue

Eine ebenfalls in Großbritannien während des Victorianischen Zeitalters entstandene Tradition dreht sich im Kern um die Farbe Blau. Weil jede Braut etwas Neues, Altes, Geborgtes und Blaues am Tage ihrer Heirat bei sich tragen soll, wird heute häufig noch immer ein bläuliches Strumpfband erworben. Alle vier Gegenstände zusammen sollen dem Paar Glück bringen und eine gute Ehe garantieren. Da moderne Bräute zumeist Weiß tragen, würde das Blau an einer sichtbareren Körperstelle nicht passen und so ist man auf ein blaues Strumpfband zur Hochzeit ausgewichen. Die Farbe symbolisiert Treue und Reinheit. Schon vor über 2000 Jahren assoziierte man Blau mit jenen Attributen, so dass im alten Rom hauptsächlich in bläulichen Kleidern zur Trauung erschienen wurde.

Zweifelsohne kann aber muss das Strumpfband zur Hochzeit nicht blau sein. Der Handel offeriert auch stimmig zur Kleiderauswahl weiße, zumeist hübsch berüschte Exemplare. Egal, ob ein schwarzes, rosafarbenes, grünes oder rotes Kleid zur Trauung getragen wird, Brautmodenausstatter halten Strumpfbänder in sämtlichen Farbnuancen bereit. Denn abgesehen von den drei Traditionen, die das Accessoire betreffen, hat sich ein weiteres, unabhängiges Brauchtum entwickelt. Jenes nämlich, dass Strumpfbänder Bräute ganz besonders gut kleiden und einfach hübsch aussehen. Namentlich Damen, die in romantisch, wallenden Hochzeitskleidern oder in erotischen Gewändern heiraten, tragen dieselben, auch ohne sie sich vom Ehemann abnehmen und anschließend werfen zu lassen.

Mehr zum Thema