Evangelische Fürbitten zur Hochzeit selbst verfassen

Wer Fürbitten für die eigene Hochzeit oder für ein befreundetes Paar schreibt, gestaltet damit einen festlichen Teil des Gottesdienstes mit.

Fürbitten sind Gebete, in denen Gott um etwas für andere gebeten wird, hier für das Brautpaar. Sie geben den Gästen die Möglichkeit, ihre guten Wünsche auszudrücken und an der Trauung teilzunehmen.

Fürbitten im Trauungsgottesdienst

Im evangelischen Gottesdienst sind Fürbitten ein fester Bestandteil der Trauung. Sie stehen meist nach der Predigt und vor dem Segen. Die Gemeinde betet nicht nur für das Paar, sondern auch für die Menschen, die mit ihm verbunden sind. Das können Eltern, Geschwister, Trauzeugen, Freunde oder auch Menschen sein, die nicht anwesend sein können. Viele Paare schätzen es, wenn Verwandte und Freunde eigene Fürbitten schreiben, weil die Trauung dadurch persönlicher und emotionaler wird.

Die Fürbitte ist ein Gebet für andere Menschen. Sie richtet sich an Gott, nicht an die Hochzeitsgesellschaft. Deshalb beginnt sie üblicherweise mit einer Anrede wie "Gott" oder "Lieber Gott" und endet mit einem Abschluss wie "Amen" oder "Wir bitten dich, erhöre uns". Die Bitten können sehr konkret sein und den Alltag des Paares betreffen.

Themen, die Sie aufgreifen können

Für die Auswahl der Themen gibt es keine feste Vorgabe, aber einige Bereiche kommen in Hochzeitsfürbitten immer wieder vor. Sie können sich daran orientieren und die Formulierungen auf das Paar zuschneiden.

Ein zentrales Thema ist die gemeinsame Zukunft des Paares. Sie können Gott um Geduld, Vertrauen und Verständnis bitten, damit das Paar Konflikte und schwierige Zeiten gemeinsam bewältigt. Auch der Wunsch nach Freude, Lachen und gemeinsamen Erlebnissen passt hierher.

Ein weiterer Bereich ist die Familie. Viele Fürbitten schließen die Eltern und Geschwister ein, die das Paar auf seinem Weg begleitet haben. Wenn das Paar Kinder möchte oder schon Kinder hat, können Sie auch für diese bitten. Dazu gehört der Wunsch, dass die Kinder in einer liebevollen Umgebung aufwachsen und das Paar die Kraft findet, für sie da zu sein.

Auch Menschen in Not können in die Fürbitten einbezogen werden. Das kann ein kranker Verwandter sein, ein Freund in einer schwierigen Lebenslage oder allgemein Menschen, die Hilfe brauchen. Manche Paare möchten, dass die Fürbitten nicht nur auf sie selbst bezogen sind, sondern den Blick über die eigene Hochzeit hinaus öffnen.

Schließlich ist es üblich, an Verstorbene zu denken. Wenn ein Elternteil oder ein enger Freund des Paares gestorben ist, kann eine Fürbitte darum bitten, dass das Paar Trost und Kraft aus der Erinnerung schöpft. Das muss nicht traurig wirken, sondern kann als Ausdruck von Dankbarkeit für die gemeinsame Zeit formuliert werden.

Aufbau einer Fürbitte

Eine Fürbitte folgt einem einfachen Muster, das Sie je nach Anlass variieren können. Sie besteht aus drei Teilen: Anrede, Bitte und Schluss.

Die Anrede richtet sich an Gott. Sie können schlicht "Gott" sagen oder eine vertrautere Form wie "Lieber Gott" oder "Guter Gott" wählen. In der evangelischen Tradition ist die Anrede mit "du" üblich, auch wenn die Gemeinde Gott in der Regel mit "Du" anspricht. Wichtig ist, dass Sie eine Form wählen, die zu Ihnen und dem Paar passt.

Die Bitte ist der Kern der Fürbitte. Formulieren Sie konkret, worum Sie bitten. Statt "Wir bitten für das Paar" können Sie sagen: "Gott, wir bitten dich für Anna und Markus, dass sie in Streitigkeiten geduldig miteinander umgehen und einander vergeben können." Je konkreter die Bitte ist, desto persönlicher wirkt sie. Sie können auch mehrere Bitten in einer Fürbitte verbinden, sollten aber darauf achten, dass der Text übersichtlich bleibt.

Der Schluss schließt die Fürbitte ab. Üblich sind Formulierungen wie "Amen", "Wir bitten dich, erhöre uns" oder "Das bitten wir dich durch Jesus Christus, unseren Herrn". Die letzte Form ist in der evangelischen Liturgie verbreitet, weil sie den Bezug zu Jesus Christus herstellt. Sie können aber auch eine schlichtere Form wählen, wenn Ihnen das vertrauter ist.

Länge und Vortrag

Für die Länge einer Fürbitte gibt es keine feste Regel, aber es hat sich bewährt, sie kurz zu halten, damit die Gemeinde folgen kann, ohne dass die Aufmerksamkeit nachlässt.

Wenn mehrere Personen Fürbitten vortragen, sollten Sie die Gesamtdauer im Blick behalten. Drei bis fünf Fürbitten sind ein üblicher Rahmen für eine Trauung. Mehr kann den Gottesdienst unnötig verlängern. Sprechen Sie den Text vorher laut, um ein Gefühl für das Tempo zu bekommen. Markieren Sie sich Stellen, an denen Sie innehalten möchten, und lesen Sie langsam und deutlich.

Es ist hilfreich, die Fürbitte auf eine Karte zu schreiben oder auszudrucken, damit Sie beim Vortrag nicht den Faden verlieren. Halten Sie die Karte so, dass Sie die Gemeinde ansehen können, und üben Sie den Text ein paar Mal, bis Sie sich sicher fühlen.

Ton und Sprache

Der Ton einer Fürbitte sollte ruhig und persönlich sein, ohne zu formell oder zu salopp zu wirken. Sie sprechen mit Gott, nicht mit dem Publikum. Deshalb eignen sich einfache, klare Sätze, die Sie auch im Gespräch verwenden würden. Vermeiden Sie verschachtelte Formulierungen und kirchliche Fachbegriffe, die Sie selbst nicht benutzen.

Ein Beispiel für eine natürliche Formulierung: "Gott, wir bitten dich für Lena und Jonas. Schenke ihnen Geduld, wenn sie unterschiedlicher Meinung sind, und hilf ihnen, einander zuzuhören." Das klingt alltagssprachlich, ist aber respektvoll und ehrlich.

Sie können persönliche Erlebnisse oder Eigenschaften des Paares einfließen lassen, etwa wenn Sie wissen, dass das Paar gerne gemeinsam wandert oder sich über ein bestimmtes Hobby kennengelernt hat. Solche Details machen die Fürbitte einzigartig, sollten aber nicht zu privat werden. Die Fürbitte wird in der Gemeinde gesprochen, und nicht jeder Gast kennt die Hintergründe.

Vermeiden Sie Floskeln und leere Formulierungen wie "Wir bitten für alles Gute". Konkret ist besser: "Wir bitten, dass Lena und Jonas in ihrer Wohnung ein Zuhause finden, in dem sie sich geborgen fühlen." Auch wenn Sie unsicher sind, ob Ihre Formulierung "richtig" ist, gilt: Es gibt keine falschen Fürbitten, solange sie ehrlich gemeint sind.

Zusammenarbeit mit der Pfarrerin oder dem Pfarrer

Bevor Sie Fürbitten schreiben, sollten Sie mit der Pfarrerin oder dem Pfarrer sprechen, die die Trauung leitet. In manchen Gemeinden ist es üblich, dass Fürbitten von der Gemeinde oder von einzelnen Gästen gesprochen werden, in anderen übernimmt die Pfarrerin selbst die Fürbitten. Die Pfarrerin kann Ihnen auch sagen, an welcher Stelle im Gottesdienst die Fürbitten vorgesehen sind und ob es Vorgaben zur Form gibt.

Manche Pfarrerinnen bieten an, die selbst geschriebenen Fürbitten vor der Trauung durchzusehen. Das ist eine gute Gelegenheit, um zu klären, ob die Formulierungen zum Gottesdienst passen und ob die Länge angemessen ist. Sie können auch nach Beispielen fragen, an denen Sie sich orientieren können. Die Pfarrerin kennt die Gemeinde und kann einschätzen, welche Formulierungen gut ankommen.

Wenn Sie die Fürbitten selbst vortragen möchten, besprechen Sie auch den Ablauf. Klären Sie, ob Sie ans Mikrofon treten oder am Platz bleiben, und ob Sie vorher aufgerufen werden. Bei größeren Hochzeitsgesellschaften ist es hilfreich, die Reihenfolge der Fürbitten vorher festzulegen, damit es keine Pausen oder Überschneidungen gibt.