Zeitplan für Brautkleid und Anzug
Wann Sie mit der Suche nach Brautkleid und Anzug beginnen, hängt vom Kaufweg ab, nicht vom Kalender. Ein bestelltes Brautkleid braucht mehrere Monate Produktionszeit, ein Musterstück ist sofort verfügbar, ein Maßanzug hat eigene Vorlaufzeiten.
Wer neun bis zwölf Monate vor der Hochzeit mit dem Brautkleid beginnt und beim Anzug drei bis sechs Monate einplant, hat Puffer für Auswahl, Lieferung und Änderungen. Die genauen Zeiten erfragen Sie direkt im Geschäft, denn sie unterscheiden sich je nach Anbieter und Produkt.
Brautkleid: Wann suchen, wann bestellen
Der Zeitplan für das Brautkleid beginnt früher als für den Anzug. Neun bis zwölf Monate vor der Hochzeit sollten Sie Stil und Budget grob festlegen und Geschäfte auswählen. Viele Brautboutiquen empfehlen den ersten Termin mindestens acht bis neun Monate vorher, manche raten zu zehn bis zwölf Monaten. Bei diesem Termin probieren Sie Kleider an und entscheiden, welches Modell es werden soll.
Wenn Sie ein Kleid bestellen, rechnen Sie mit einer Produktionszeit von fünf bis sieben Monaten, je nach Designer. Dazu kommen etwa zwei Monate für Änderungen. Wer das Kleid acht bis zehn Monate vor der Hochzeit bestellt, hat damit einen realistischen Puffer. Die Änderungen selbst laufen in mehreren Schritten: Die erste Anprobe findet etwa zwei bis drei Monate vor der Hochzeit statt, eine weitere vier bis sechs Wochen vorher, die letzte ein bis zwei Wochen vorher. Die genaue Zahl der Termine hängt davon ab, wann das Kleid eintrifft und was geändert werden muss. Zur Anprobe bringen Sie die Schuhe mit, die Sie am Hochzeitstag tragen wollen, denn die Absatzhöhe bestimmt die spätere Länge.
Anzug: Drei bis sechs Monate Vorlauf
Beim Anzug beginnt die Suche später. Die meisten Herrenausstatter empfehlen, drei bis sechs Monate vor der Hochzeit zu starten. Wer einen Anzug von der Stange kauft und nur kleine Änderungen braucht, kommt mit zwei bis acht Wochen aus. Bei Maßkonfektion, also einem Anzug, der nach Ihren Maßen gefertigt wird, planen Sie etwa vier Wochen bis zur ersten Anprobe ein. Eine vollständige Maßanfertigung dauert sechs bis acht Wochen, in der Hochsaison auch länger.
Die finale Passformkontrolle setzen Sie zwei bis drei Wochen vor der Hochzeit an. Dabei tragen Sie das Hemd und die Schuhe, die Sie am Hochzeitstag anziehen, damit der Sitz stimmt. Prüfen Sie zuerst die Schulterpartie, denn die lässt sich nachträglich kaum korrigieren. Danach beurteilen Sie Sakko und Hosenlänge. Setzen Sie sich während der Anprobe hin und gehen Sie ein paar Schritte, um die Bewegungsfreiheit zu testen.
Bestellkleid, Musterstück oder Lagerware
Die wichtigste Kaufentscheidung beim Brautkleid ist die Frage, ob Sie bestellen oder ein vorhandenes Stück kaufen. Ein Bestellkleid wird nach Ihren Maßen gefertigt und braucht Monate. Ob es stornierbar ist, hängt vom Geschäft ab; manche Boutiquen schließen eine Stornierung aus und verlangen eine Anzahlung von 80 Prozent. Ein Musterstück können Sie direkt mitnehmen, die Auswahl an Größen und Modellen ist aber begrenzt. Dazwischen liegt die Lagerware, die ein Geschäft vorrätig hat. Sie wird oft innerhalb weniger Wochen geliefert. Manche Boutiquen nennen hier etwa vier Wochen.
Wenn Sie spät dran sind, fragen Sie gezielt nach Musterstücken, Lagerware und Expressbestellungen. Ob eine Expresslieferung möglich ist und was sie kostet, hängt vom Designer und vom Termin ab. Ein allgemeines Versprechen für sehr knappe Zeitpläne gibt es nicht. Klären Sie vor der Entscheidung, ob und in welchem Umfang das konkrete Kleid noch geändert werden kann.
Budget und Änderungen vor dem Kauf klären
Legen Sie das Budget als Gesamtbetrag fest, nicht nur für das Kleid selbst. Dazu gehören Änderungen, Schuhe, Schleier und weitere Accessoires. Für Änderungen nennt der Fachhandel häufig eine Größenordnung von 150 bis 400 Euro, aufwendige Arbeiten kosten mehr. Das ist ein Richtwert, die tatsächlichen Kosten hängen vom Umfang der Arbeiten ab.
Vor dem Kauf sollten Sie schriftlich klären, ob Änderungen im Preis enthalten sind, wer sie ausführt und wann das Kleid dafür vorliegen muss. Manche Boutiquen berechnen Änderungen extra, andere nicht. Fragen Sie außerdem nach dem Liefertermin, dem Zahlungsplan, Expressmöglichkeiten und den Bedingungen für Stornierung oder Rückgabe. Diese Punkte stehen oft nicht im Kleidpreis und können das Budget spürbar verändern.
Anzug: Kauf, Maß oder Miete
Beim Anzug haben Sie vier Wege: Fachgeschäft, Maßanfertigung, Onlinekauf oder Miete. Welcher Weg sinnvoll ist, hängt von Ihrem Passformwunsch, der verfügbaren Zeit, dem Budget und der Frage ab, ob Sie den Anzug später wieder tragen wollen. Ein Maßanzug sitzt am besten, kostet aber Zeit und Geld. Ein Konfektionsanzug aus dem Fachgeschäft ist schneller verfügbar und lässt sich mit Änderungen gut anpassen. Miete lohnt sich, wenn Sie den Anzug nur einmal tragen und keine besonderen Ansprüche haben.
Planen Sie den Anzug als Gesamtlook: Neben dem Anzug selbst gehören Hemd, Schuhe, Gürtel oder Hosenträger, Krawatte oder Fliege und gegebenenfalls eine Weste dazu. Stimmen Sie Stil und Farbe mit dem Hochzeitskonzept, der Location und der Jahreszeit ab. Eine Stoffprobe vom Kleid der Braut hilft dabei, die Farben aufeinander abzustimmen, ohne dass beide identisch sein müssen.
Gut vorbereitet zur Anprobe
Zur Anprobe kommen Sie am besten mit hautfarbener, nahtloser Unterwäsche und den Schuhen mit der geplanten Absatzhöhe. Nehmen Sie nur wenige Begleitpersonen mit, denn zu viele Meinungen machen die Entscheidung schwerer. Die Schuhhöhe ist besonders für die spätere Länge des Kleides wichtig, also entscheiden Sie sich möglichst früh für ein Paar.
Beim Anzug gilt dasselbe Prinzip: Tragen Sie zur Anprobe das Hemd und die Schuhe, die Sie am Hochzeitstag anziehen. So sehen Sie sofort, ob Kragen, Ärmellänge und Hosenlänge zusammenpassen. Kleine Korrekturen lassen sich meist noch kurz vor der Hochzeit erledigen, wenn Sie den Termin rechtzeitig mit der Schneiderei vereinbaren.