Servietten für die Hochzeit falten

Für viele Gäste ist das Hochzeitsessen der Höhepunkt des Tages. Die gedeckte Tafel prägt den ersten Eindruck.

Gefaltete Servietten machen die Tische festlich, ohne viel Geld für zusätzliche Deko auszugeben. Mit etwas Übung kann man die vier Grundformen gut falten. Sie passen zu verschiedenen Hochzeitsstilen – von der eleganten Feier im Festsaal bis zur lockeren Feier im Freien.

Die richtige Serviette wählen

Die Serviette bestimmt, welche Formen gelingen. Stehende Formen wie der Bischofshut oder die Lilie brauchen steife Stoffservietten, am besten mit Stärke gebügelt. Weiche Stoffservietten fallen in sich zusammen und eignen sich besser für den Fächer oder die Bestecktasche. Papierservietten funktionieren für den Fächer und die Bestecktasche. Für den Bischofshut und die Lilie sind sie weniger geeignet, weil diese Formen aufrecht stehen müssen und das Papier beim Ziehen reißen kann. Für Stoffservietten empfehlen sich größere Formate, für Papierservietten reichen kleinere Formate. Achten Sie darauf, dass die Farbe zur übrigen Tischdeko passt, und kaufen Sie ein paar Ersatzservietten mehr, falls eine beim Falten reißt oder Flecken bekommt.

Der Fächer im Glas

Der Fächer ist die einfachste Form und gelingt auch ohne Übung. Breiten Sie die Serviette flach aus und falten Sie sie von der langen Kante aus in gleichmäßigen Abständen von etwa zwei bis drei Zentimetern wie eine Ziehharmonika. Halten Sie das gefaltete Band in der Mitte zusammen und stecken Sie das untere Ende in ein Sekt- oder Weinglas. Ziehen Sie die oberen Falten vorsichtig auseinander, bis ein Fächer entsteht. Diese Form wirkt besonders schön, wenn mehrere Gläser mit Fächern in abgestimmten Farben nebeneinanderstehen.

Die Bestecktasche

Die Bestecktasche ist praktisch, weil die Gäste das Besteck direkt vor sich finden. Falten Sie die Serviette flach aus, dann die untere Kante bis zur Mitte und die obere Kante ebenfalls bis zur Mitte, sodass sich beide in der Mitte treffen. Drehen Sie die Serviette um und falten Sie die linke und rechte Seite zur Mitte. Drehen Sie die Serviette wieder um, es entsteht eine Tasche, in die Sie Messer, Gabel und Löffel stecken. Diese Form eignet sich gut für Buffets oder rustikale Feiern, bei denen nicht jeder Platz fest zugeteilt ist.

Der Bischofshut

Der Bischofshut ist die klassische festliche Form und steht aufrecht auf dem Teller. Falten Sie die Serviette diagonal zu einem Dreieck. Falten Sie die beiden unteren Ecken nach oben zur Spitze, sodass ein Quadrat entsteht, und drehen Sie es um. Falten Sie die untere Spitze etwa zwei Drittel nach oben. Drehen Sie die Serviette wieder um und falten Sie die beiden unteren Ecken nach innen, bis sie sich in der Mitte treffen. Schlagen Sie die untere Spitze nach oben und stecken Sie sie in die Falte. Stellen Sie die Serviette auf und ziehen Sie die beiden oberen Spitzen auseinander. Diese Form braucht eine steife Serviette und etwas Geduld beim ersten Versuch.

Die Lilie

Die Lilie ist die aufwendigste der vier Formen, sieht aber besonders dekorativ aus. Legen Sie die Serviette mit den vier Ecken nach oben auf den Tisch, sodass sie wie eine Raute liegt. Falten Sie alle vier Ecken zur Mitte. Wiederholen Sie diesen Schritt mit den vier neuen Ecken. Drehen Sie die Serviette um und falten Sie die vier Ecken ein drittes Mal zur Mitte. Ziehen Sie nun eine Ecke nach der anderen vorsichtig von unten heraus und stellen Sie sie auf. Die Lilie eignet sich gut als Blickfang in der Tellermitte oder als Halter für eine kleine Platzkarte.

Wo die Servietten hinkommen

Die Platzierung hängt von der Form und dem Ablauf der Feier ab. Der Bischofshut und die Lilie stehen gut in der Mitte des Tellers und wirken dort am besten. Der Fächer gehört in ein Glas und eignet sich für Sektgläser beim Empfang oder für Weingläser am Platz. Die Bestecktasche liegt direkt auf dem Teller oder daneben, wenn das Besteck ohnehin dort liegt. Wer einen Serviettenring verwendet, kann die Serviette einfach in der Mitte falten, durch den Ring ziehen und mit einem kleinen Zweig oder einer Blüte schmücken. Diese Variante ist die schnellste und eignet sich, wenn die Zeit knapp ist.

Praktische Tipps für den Hochzeitstag

Üben Sie die gewählten Formen einige Tage vorher, nicht erst am Morgen der Feier. Bügeln Sie Stoffservietten vor dem Falten, damit die Kanten sauber liegen. Planen Sie genug Zeit ein und bitten Sie bei größeren Gesellschaften jemanden um Hilfe. Denken Sie daran, dass die Gäste die Serviette beim Essen leicht auseinandernehmen müssen. Eine zu komplizierte Form, die sich nur schwer öffnen lässt, sorgt eher für Frust als für Freude. Bei einer Feier im Freien halten schwerere Stoffservietten besser, leichte Papierservietten fliegen bei Wind schnell vom Tisch.