Nach der Hochzeit

Was ist zu erledigen?

Lange hat man dem großen Tag entgegengefiebert, viele Pläne wurden gewälzt und Vorbereitungen getroffen. Dann kam endlich das Hochzeitsfest, der absolute Höhepunkt, und ehe man sich versah, war der wunderbare Tag auch schon wieder vorbei. Und jetzt? Ist nun alles vorbei, vergessen und abgehakt? Auf gar keinen Fall, denn auch die Zeit nach der Hochzeit hat ihren ganz besonderen Reiz.

Natürlich gilt es nun, verschiedene unumgängliche Formalitäten und Behördenangelegenheiten zu regeln, aber einige der jetzt noch ausstehenden Erledigungen sind nicht nur wichtig, sondern machen auch so viel Spaß, dass man sie gerne in Angriff nimmt. Vor allem, wenn man es jetzt nach der Hochzeit als junges Ehepaar gemeinsam tun kann.

Ein wenig Bürokratie muss sein

Mit der Heiratsurkunde in Händen sind in den nächsten Tagen einige Ämterbesuche nötig. Zunächst müssen der Personalausweis und der Reisepass dem neuen Namen angepasst werden. Meist sind es die frischgebackenen Ehefrauen, deren Ausweise nach der Hochzeit durch eine Namensänderung ungültig werden. Jetzt gilt es, unverzüglich beim Einwohnermeldeamt einen neuen Personalausweis zu beantragen. Als nötige Unterlagen sind neben der erwähnten Heiratsurkunde oder einer beglaubigte Abschrift aus dem Familienbuch der alte Ausweis und ein aktuelles Passbild in der erforderlichen Größe 35 x 45 Millimeter mitzubringen. Für die Ausstellung des Personalausweises werden Gebühren fällig, also darf man auch das Portemonnaie nicht vergessen. Besondere Formalitäten nach der Hochzeit von Partnern mit verschiedener Nationalität, wie zum Beispiel eine Deutsch Russische Hochzeit, sollten bereits vor der Heirat geklärt worden sein.

Nach der Hochzeit
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Ehe man sich versah, war der wunderbare Tag auch schon wieder vorbei.

Die Ausstellung eines neuen Führerscheins ist nach der Namensänderung nicht gesetzlich vorgeschrieben, da er sowieso nur in Verbindung mit dem Personalausweis gültig ist. Um eventuellen Schwierigkeiten, vor allem im Ausland, aus dem Weg zu gehen, ist eine Neubeantragung aber durchaus ratsam. Je nach Gemeinde stellen Kfz-Stellen, Rathäuser oder Landratsämter dieses Dokument aus. Dafür benötigt man aber unbedingt den bereits aktualisierten Personalausweis mit dem neuen Namen.

Auch der Weg zum Finanzamt steht auf dem Plan, denn die Steuerklassen beider Ehepartner müssen geändert werden. Sie können jetzt in der Kombination IV/IV oder III/V gewählt werden, wobei sich in etwa gleicher Einkommenshöhe die erstgenannte Alternative anbietet.

Benachrichtigung von Versicherungen und Banken schnell vornehmen

Wenn es um das liebe Geld und die finanzielle Absicherung geht, sollten vor allem junge Paare Entscheidungen und nötige Unterschriften nicht auf die lange Bank schieben. Hatte bisher jeder noch sein eigenes Konto, so möchte man jetzt vielleicht ein gemeinsames eröffnen und muss die laufenden Daueraufträge ändern. Bleiben bisherige Konten bestehen, muss zumindest die Namensänderung mitgeteilt werden und zudem ist es hilfreich, sich gegenseitige Kontovollmacht zu erteilen. Partnerinstitute von Kreditkartenverträgen und Geldanlagen sollten formlos über die Namensänderung unterrichtet werden.

Das Thema Krankenversicherung ist sehr wichtig. Sind beide Eheleute berufstätig, so genügend die Mitteilung des neuen Namens, damit eine aktualisierte Versicherungskarte ausgestellt wird. Ist aber einer der beiden in Ausbildung oder arbeitslos, erfolgt die Krankenversicherung künftig über den Ehepartner. Dafür wird man nicht um das Ausfüllen einiger Formulare herumkommen.

Wurden kapitalbildende Versicherungen abgeschlossen, wie beispielsweise eine Lebensversicherung, sollten sich die jungen Eheleute als gegenseitige Begünstigte im Todesfall eintragen lassen. Einige Versicherungen, die doppelt abgeschlossen waren, sind nun überflüssig. Nach der Hochzeit kann eine Hausrat- und auch die Haftpflichtversicherung gemeinsam genutzt werden. Hier kann also bares Geld gespart werden, deshalb sollte man nicht zu lange mit der Durchsicht aller Unterlagen warten.

Vermieter, Vereine und sonstige Vertragspartner informieren

Läuft der Mietvertrag der gemeinsamen Wohnung bisher nur auf einen der Ehepartner, darf man nicht vergessen, den Mieter von der künftigen gemeinsamen Nutzung der Wohnung zu unterrichten. Gegebenenfalls kann es auch sinnvoll sein, einen neuen Mietvertrag abzuschließen, in dem beide Partner als Mieter genannt sind. Die Versorgungspartner für Wasser, Strom, Gas, Rundfunk und Telefon dürfen ebenfalls nicht vergessen werden, wenn der Kontakt bisher über den Ehepartner gelaufen ist, dessen Name sich nun geändert hat.

Man kann schon ins Staunen kommen, bei wie vielen Vereinen, Zeitschriftenabonnements, Netzwerken, Newslettern und sonstigen kulturellen und sozialen Einrichtungen man in der Datei geführt wird. Hier die erfolgte Namensänderung erfassen zu lassen, hat zwar nicht oberste Priorität, sollte aber nicht auf die lange Bank geschoben werden. Und in dem Zuge darf natürlich nicht vergessen werden, eventuell erfolgte Änderungen der Bankverbindung mitzuteilen, damit künftige Einzüge von Mitgliedsbeiträgen und Abonnementsgebühren nicht fehlschlagen. Damit die Post künftig richtig im Briefkasten landet, kann ein Nachsendeauftrag nötig sein. Am Briefkasten ist neben dem Ehenamen auch der alte Geburtsname hilfreich, bis keine Post mehr unter dem alten Namen kommt.

Der Arbeitgeber wird häufig sowieso schon von der Heirat erfahren haben oder war sogar selbst zur Feier eingeladen, doch eine offizielle Mitteilung ans Personalbüro sollte in jedem Fall erfolgen. Der neue Name kann dann auch korrekt erfasst und künftig im betrieblichen Netzwerk und Email-Verkehr genutzt werden.

Noch lange in Erinnerungen an das Hochzeitsfest schwelgen

Kaum erwarten kann man nach der Hochzeit das Sichten der Hochzeitsbilder. Im Zeitalter der digitalen Fotografie sind die Bilder zwar sofort griffbereit, aber durch die große Anzahl der Bilder wird die Auswahl nicht leichter und ist sehr zeitaufwändig. Wenn viele Freunde fotografiert haben, sollte man sich nicht von allen das gesamte Material geben lassen, sondern immer nur um eine beschränkte Anzahl der besten Fotos bitten. Der eigene offizielle Fotograf hat schließlich die wichtigen Momente sowieso professionell festgehalten. Beim Anschauen der Bilder sollte man genügend Zeit einkalkulieren, damit es nicht in Stress ausartet. Vielmehr ist das eine Pflicht, die man doch gerne erledigt und bei der man sich nochmal an all die herrlichen Momente des Festes erinnern kann.

Für alle, die Lust auf ganz besondere Fotos haben, gibt es noch eine ganz besondere Möglichkeit. Die kann man aber nur dann wahrnehmen, wenn man nicht mit dem Herzblut an der Unbeflecktheit von Hochzeitskleid und Anzug hängt. "Trash the dress" heißt das Motto, unter dem der Fotograf das angekleidete Brautpaar in ganz ausgefallenen Situationen und Posen fotografiert und das viele Weddingplaner lieben. Dabei sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt. Vielleicht hat das Brautpaar ein besonders Hobby und lässt sich beim Tauchen oder beim Wellenreiten fotografieren? Oder der Kuhstall wird mal im Brautkleid ausgemistet oder eine Hochzeit am Strand nachgestellt. Vielleicht ist es Winter und eine Schneeballschlacht zwischen Braut und Bräutigam reizt zum Fotografieren in voller Aktion? So entstehen wirklich einzigartige Hochzeitsfotos.

Alle Hochzeitsgäste und alle, die Grüße zur Hochzeit, Geschenke oder Verse zur Hochzeit geschickt haben, freuen sich über einen Gruß und ein Dankeschön mit einem Erinnerungsfoto darauf. Diese Post, die vielen Paaren als lästige Pflicht vorkommt, kann durch eine Danksagung in der Tageszeitung zwar ergänzt, aber nicht ersetzt werden. Über das persönliche Vorbeibringen der Danksagung freuen sich Verwandte und andere Nahestehende sich natürlich ganz besonders.

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