Türkische Hochzeit

So heiratet man türkisch

Wenn die Hochzeit in der Türkei stattfinden soll, gelten besondere Bedingungen für eine Heirat. Nur geistig gesunden Personen wird die Heiratsfähigkeit bescheinigt. Das Mindestalter von 18 Jahren muss eingehalten werden und nahe Blutsverwandschaft schließt eine Heirat aus. Die Ehe-Monogamie ist ein Prinzip der Familiengesetze. Besteht also schon eine Ehe, muss diese gelöst werden.

Erst dann kann, nach Vorlage der amtlichen Dokumente, eine neue Ehe eingegangen werden. Eine geschiedene Frau muss vor einer neuen Eheschließung eine Frist von 300 Tagen nach der Scheidung einhalten. Und Krankheiten, wie Geschlechtskrankheiten oder Epilepsie, machen in der Türkei eine Eheschließung unmöglich.

Für die Heirat werden vier Kopien des Ehegesuches, Geburtsurkunde, Personalausweis, Pass und je sechs Passbilder von der Braut und dem Bräutigam benötigt. Ebenso die Heiratsfähigkeitsurkunde. Ausländer können diese Urkunde von ihrem Konsulat oder ihrer Botschaft erhalten. Nach einer Bestätigung der türkischen Behörden hat diese Urkunde Gültigkeit.

Türkische Hochzeit
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Eine türkische Hochzeit ist ein großes Fest und wird auch so gefeiert.

Die Eheschließung mit einem Ausländer beeinflusst gemäß dem türkischen Bürgerrechtsgesetz nicht die Nationalität der beiden Personen. Heiratet eine ausländische Frau einen türkischen Mann, darf sie ihre Nationalität selbst auswählen. Ebenso muss sie ihre eigene Staatsbürgerschaft nicht abzutreten und sie darf zwei Nationalitäten haben.

Aber ganz gleich, in welchem Land eine türkische Hochzeit gefeiert wird, der Ablauf dieses Ereignisses ist immer gleich.

Eine türkische Hochzeit ist ein großes Fest und wird auch so gefeiert. Sie dauert manchmal drei Tage und drei Nächte. Der Ablauf der Feier ist durch die türkischen Traditionen bis in das kleinste Detail festgelegt. Es beginnt alles mit

Kiz Istemeye, der Bewilligungsbesuch und Söz kesme, das Versprechen

Zu dem Ritual für eine türkische Hochzeit gehört der Bewilligungsbesuch. Bei diesem Bewilligungsbesuch besucht die Familie des Bräutigams die Familie der Braut. So lernt man sich bei leichten Gesprächen, Tee und Kuchen kennen. Über die geplante Heirat wird oft gar nicht gesprochen. Erst nach mehreren Treffen kommt das Gespräch auf die Verbindung der Kinder. Der Brautvater verkündet zum Schluss sein Einverständnis mit den Worten: Wenn unsere Kinder es so wollen, soll es ihnen Glück bringen. Danach folgt Söz kesme, das Versprechen. Der Bräutigam muss nun bei seiner Ehre versprechen, seine Auserwählte als Frau für das Leben zu nehmen. Es werden die Verlobungsringe angesteckt, die von der Familie des Bräutigams mitgebracht wurden. Beide Ringe werden mit einem roten Seidentuch verbunden, welches dann von einem Verwandten durchschnitten wird. Damit ist das Versprechen besiegelt. Ebenfalls zu Tradition gehört, dass von den Eltern des Bräutigams bei diesem Besuch auf einem Teller Schokolade und Blumen als Geschenke mitgebracht werden. Zur Erinnerung wird dieser Teller von der Braut aufgehoben.

Nisan, die Verlobung

Während der Verlobungsfeier werden die Brautleute in die Gemeinschaften der Familien eingeführt. Auf einem Silberteller werden beide Verlobungsringe, mit einem roten Seidenband verbunden, dargereicht. Eine vertraute Person aus den Familien steckt diese Ringe jetzt den Brautleuten an die rechte Hand. Danach wird das Band abermals zerschnitten. Dieses Ritual soll Glück und Segen bringen. Zu den anstehenden Hochzeitsvorbereitungen gehört es auch, dass in die neue Wohnung des Paares ein Koran, ein Spiegel, eine Kerze und etwas Reis und Zucker gebracht wird. Der Koran symbolisiert den Glauben, der Spiegel bringt Erleichterung, die Kerze das Licht. Der Reis symbolisiert Segen und Fruchtbarkeit und der Zucker die Süße des Lebens.

Kina Gecesi, die Hennanacht

Bevor eine türkische Hochzeit stattfindet, treffen sich die Braut, die weiblichen Verwandten und die Freundinnen am Abend vor der Hochzeit, um die Handflächen der Braut und die Finger mit Henna zu färben. Henna bedeutet hier das Ende eine Lebensabschnittes. Gestaltet wird der Abend symbolisch traurig, weil er die Trennung vom Elternhaus einleitet. Traurige Lieder werden gesungen und es wird alles getan, um die Braut zum Weinen zu bringen. Der Abend wird jedoch später immer fröhlicher. Die Gäste werden mit einem guten Essen bewirtet und die Braut wird von der Schwiegermutter traditionell mit Gold beschenkt.

Nikah, die Trauung und Dügün, die Hochzeitsfeier

Traditionell findet die Eheschließung auf dem Standesamt statt, denn es gibt bei einer türkischen Hochzeit keine religiöse Feier. Sind beide Partner türkische Staatbürger, dann muss nach der Trauung der Antrag zur Registrierung dieser Ehe bei der türkischen Botschaft oder dem Generalkonsulat gestellt werden. Dann endlich kann die Hochzeitsfeier beginnen. Das Brautpaar betritt den Hochzeitssaal und eröffnet die Feier mit dem Eröffnungstanz. Und danach wird auf einer türkischen Hochzeit ausgelassen gefeiert. Lieder werden gesungen und es wird getanzt bis in den frühen Morgen. 300 Gäste und mehr sind wirklich keine Seltenheit bei einer türkischen Hochzeit.

Nach dem festlichen Einzug des Brautpaares in den Hochzeitssaal wird die Feier mit einem Eröffnungstanz begonnen. Danach ist Party angesagt. Es wird getanzt, Lieder werden gesungen und bis zum Morgengrauen übermütig und ausgelassen gefeiert. Immer sind viele Gäste eingeladen, manchmal sogar mehr als 300 Personen. Das gibt der türkischen Hochzeit etwas Besonderes.

Um bei den Planungen für eine türkische Hochzeit nichts zu vergessen, können die Vorbereitungen an professionelle Hochzeitsplaner vergeben werden. Sie sind behilflich bei der Auswahl der Örtlichkeiten und des Hochzeitsessens, genauso wie bei der Auswahl des Kopfschmucks der Braut für die Hochzeit und was ihnen die Familien und das Brautpaar sonst noch an Aufgaben übertragen wollen. Wenn Verse zur Hochzeit benötigt werden, Text für eine Tischrede gewünscht wird, alles wird zuverlässig erledigt.

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